Im August 2006 beginnt eine deutschlandweite Studie zur Behandlung der tumorbedingten Erschöpfung initiiert durch die Deutsche Fatigue Gesellschaft e.V. und begleitet durch das pharmazeutische Unternehmen MEDICE (Arzneimittel Pütter GmbH & Co.KG), welches die Studienmedikation METHYLPHENIDAT (MPD) zur Verfügung stellt und die Studie auch logistisch unterstützt. Es handelt sich um eine placebokontrollierte Studie.
Fatigue zeigt sich zunehmend als ein gleichermaßen häufiger wie unbeachteter Beschwerdenkomplex von Krebskranken und gilt als ein wesentlicher Einflussfaktor auf die Lebensqualität.
Im Gegensatz zu dem Ermüdungsgefühl nach körperlicher oder geistiger Anstrengung, das auch als angenehm empfunden werden kann, tritt Fatigue ohne vorherige Anstrengung auf, verschwindet auch nach ausreichender Erholungszeit nicht.
Bisher gibt es zwei kleine Studien mit MPD, die beide einen positiven Effekt während der Behandlungsphase dokumentierten. Bei allen Patienten konnten Verbesserungen der Fatigue gemessen werden. Es traten keine schwerwiegenden Nebenwirkungen auf. Alle Patienten entschieden sich nach sieben Tagen zur weiteren Einnahme der Medikation. Daneben gibt es auch eine neuere Arbeit, die keinen positiven Effekt von MPD nachweisen konnte. Daher sind weitere Überprüfungen notwendig, die sich insbesondere auf Patienten konzentrieren, die längerfristig, über die Therapie hinaus, unter Fatigue leiden.
Methylphenidat: Klinische Pharmakologie und Pharmakodynamik
MPD gehört zu der Gruppe der Stimulanzien vom Amphetamintyp. Präklinische Untersuchungen zeigen, dass diese Stimulanzien die Transmission des Katecholaminstoffwechsels verbessern, in dem sie die Wiederaufnahme von Dopamin und/oder Norepinephrin in das präsynaptische Neuron hemmen und die Ausschüttung dieser Substanzen in den synaptischen Spalt erhöhen.
Dosierung
Die Höchstdosis pro Tag pro Patient für diese Studie beträgt 60 mg MPD. Es muss allerdings mit einer niedrigen Dosis einschleichend begonnen werden, bis ein ausreichendes und stabiles Niveau an positiven Wirkungen erreicht ist oder bis relevante Nebenwirkungen auftreten.
Es ist wichtig, mit niedrigen Dosen zu beginnen und diese langsam zu steigern, damit auch gastrointestinale Beschwerden oder Missempfindungen in Form von Herzsensationen nicht zum Abbruch der Therapie führen. Langzeitstudien über die Gabe von MPD bei Erwachsenen existieren noch nicht.
Im vorliegenden Studiendesign soll die Dosierung mit 10 mg Methylphenidat in retardierter Form begonnen werden. Die retardierte Form hat den Vorteil, dass die Patienten in der Gestaltung ihres Tagesablaufs nicht durch die Einnahme weiterer Medikationen gestört werden, was die Compliance fördern sollte.
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Adressen der Prüfzentren:
Zentrum 1
Prof. Dr. Manfred Heim
Sonnenberg-Klinik
Hardtstr. 13
37242 Bad Sooden-Allendorf
Zentrum 2
Praxis Verpoort und Zeller, Dr. Wierecky
Ballindamm 3
20095 Hamburg
Zentrum 3
PD Dr. Bernd Lathan
Am Ölpfad 12
44263 Dortmund
Zentrum 4
PD Dr. Jens-Ulrich Rüffer
Prüfzentrum:
Prof. Dr. P. Dias Wickramanayake, Dr. I. Katay
Richard-Wagner-Str. 13-17
50674 Köln
Zentrum 5
Universität Leipzig - Abteilung Sozialmedizin
Riemannstr. 32
04107 Leipzig
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